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Ingenieurbüro Meinolf Decker

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Das Blower-Door-Messverfahren

Hierbei geht es um die Luftdichtheit eines Gebäudes, also ob es irgendwo "zieht". Vielleicht kennen Sie folgende Situation:

Sie sitzen im Wohnzimmer, schauen im Fernsehen einen spannenden Krimi und stellen plötzlich fest, dass sich die Gardine bewegt. Nein, kein Einbrecher, bloß der Wind. Das Fenster ist jedoch geschlossen. Aber der Wind hat gedreht und bläst jetzt genau vor das Fenster, das nicht richtig dicht ist.
Der Vorteil:       es kommt frische Luft ins Zimmer,
Der Nachteil:    die schöne warme Heizungsluft verschwindet durch eine andere Ritze, es wird kühl und unangenehm.

Ein Gebäude muss gelüftet werden (z. B. zur Feuchtigkeitsabfuhr und Sauerstoffzufuhr), aber bitte über die vorgesehenen Lüftungsmöglichkeiten. Wenn die Raumluft durch ungewollte Fugen und Ritzen ins Freie strömt, führt sie immer auch Feuchtigkeit mit sich. Damit sind häufig Bauschäden vorprogrammiert. Strömt z. B. feuchte Raumluft durch Mineralwolle, kommt es zum Tauwasserausfall. Dieses kann jedoch nicht einfach mit einem Lappen weggewischt werden, sondern bleibt im Material und sorgt für Schimmelbildung, ein häufiges Problem bei der Dachabdichtung.

Zusammengefasst ergeben sich folgende Vorteile der Luftdichtheit eines Gebäudes:

  • Vermeidung von Bauschäden
  • Vermeiden von Komforteinbußen durch Zugerscheinungen
  • Vermeidung von unnötigen Lüftungswärmeverlusten und damit Verringerung des Heizenergiebedarfs
  • Verbesserung der Luftqualität durch Vermeidung von Eindringen belasteter Luft
  • verbesserter Schallschutz

Wie sieht eine Blower-Door-Messung aus?

Für die Messung wird in eine Öffnung - meist Außentür oder Fenster - ein Gebläse luftdicht eingebaut und mit Hilfe eines Gebläses Über- oder Unterdruck im Gebäude erzeugt. Mit der Messeinrichtung wird dann ermittelt, welche Luftmenge bei einem Druckunterschied von bis zu 50 Pascal zwischen innen und außen durch den Ventilator transportiert wird. Dabei sollen die in der EnEV vorgeschriebenen Grenzwerte eingehalten werden. Außerdem können durch den Druckverlust im Gebäude die Leckstellen ausfindig gemacht und beseitigt werden.

Voraussetzungen für eine Messung

  • Massive Außenwände müssen innenseitig verputzt sein
  • Leichtbauwände und das Dach sind innen mit einer Luftdichtheitsebene versehen
  • Alle Fenster und Außentüren sind eingebaut und geschlossen, Innentüren geöffnet
  •  Durchbrüche sowie Abgas-, Sanitär- und Lüftungsöffnungen müssen abgedichtet sein

       Quelle: ea-nrw  

Wann ist eine Blower-Door-Messung sinnvoll?

Bei Neubauten oder bei Renovierungen des Gebäudes (z. B. Dachbodenausbau und damit verbundene Dämmung) ist eine Messung angebracht. Damit können vorab spätere Bauschäden vermieden werden. Die Handwerker wissen, dass ein Luftdichtheitstest durchgeführt wird und achten besonders sorgfältig auf die Ausführung ihrer Arbeit.

Häufige Stellen von Leckagen

  • Fensterbänke
  • Dach-Wandanschluss
  • Dach-Fensteranschluss
  • Anschlüsse der Fuß- und Mittelpfetten sowie der Kehlbalken
  • Installationsdurchbrüche für Wasser- und Heizungsrohre, Installationsschächte und Schornsteine
  • Rollladenkästen
  • Undichte Raumabschlüsse (z. B. Türen, Bodenluken, Abseitenwände) zu unbeheizten Räumen